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Bild PM Landvolk Landwirte untersttzen Niederschsischen Weg

Vereinbarung zwischen Landvolk, Landwirtschaftskammer, Landesregierung, Nabu und BUND zum Artenschutz / Über 19.000 Hektar Maßnahmen im Landkreis Diepholz.Theo Runge an einer Blühfläche. Flächen wie diese werden im Niedersächsischen Weg zu einem Biotopverbund ausgebaut.

 
Wie geht die Entwicklung in der Landwirtschaft für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz weiter? Wie kann die Politik und auch die Gesellschaft die Bemühungen der Landwirtinnen und Landwirte unterstützen? „Als leistungsfähige Landwirtschaft bringen wir uns in Niedersachsen für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz ein und wollen aktiv mitgestalten. Deshalb haben wir den Niedersächsischen Weg gewählt“, sagt Theo Runge. Dem Vorsitzenden des Landvolkes Diepholz ist klar, dass diese Vereinbarung zwischen dem niedersächsischen Landwirtschafts- und dem Umweltministerium, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Nabu und dem BUND sowie dem niedersächsischen Landesbauernverband bei den Landwirten zu Anfang durchaus Bedenken hervorgerufen hat und mit Ängsten verbunden war. „Wir haben mit diesem historischen Schritt aber zweifelsfrei den besseren Weg gewählt, um mehr Qualität im Natur- und Artenschutz mit der Landwirtschaft zu erreichen“, betont er. „So können wir den weiteren Prozess aktiv mitgestalten. Für uns Bauern ist es wichtig, dass die Politik zugesagt hat, zusätzliche Leistungen der Landwirte auch entsprechend zu bezahlen.“ Runge betont: „Die Corona-Krise hat uns allen neu vor Augen geführt welchen Wert die heimische Lebensmittelerzeugung hat. Daher müssen alle Maßnahmen zum Artenschutz auch damit einen Ausgleich finden.“

Landwirte engagieren sich gerne für den Erhalt der Artenvielfalt, denn schließlich leben sie mit und von der Natur. Zu den zahlreichen freiwilligen Maßnahmen kommen auch jene, die über die EU-Agrarförderung bezahlt werden, wie beispielsweise Blühflächen. „Das ist gerade für die kleinen und mittleren Betriebe wichtig. Die Landwirte verdienen ihr Geld normalerweise mit dem Anbau von Weizen, Kartoffeln oder Mais, nicht aber mit Kornblume oder Phacelia“, betont hierzu auch Landvolk-Geschäftsführer Dr. Jochen Thiering. Dennoch kann sich die Bilanz der Landwirte des Landkreises Diepholz sehen lassen: 19.163 Hektar ökologische Maßnahmen zählte die Landwirtschaftskammer im vergangenen Jahr. Darunter 530 Hektar Brachen und 223 Hektar Blühflächen und Feldrandstreifen sowie 69 ha Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen, Knicks, Gehölze und Feuchtbiotope. Das liegt laut Dr. Thiering auch daran, dass das Bewusstsein seitens der Landwirte für den Artenschutz größer geworden ist und dass mehr Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. Der Niedersächsische Weg sieht hier die Einrichtung eines landesweiten Biotopverbunds vor. Zudem sollen Gewässerrandstreifen verbreitert, der Pflanzenschutzmitteleinsatz reduziert und die Ökolandbau-Quote erhöht werden.

Ganz wichtig für das Landvolk ist, dass der Niedersächsische Weg – entgegen oftmals anderslautender Formulierungen – nach der gemeinsamen Ausgestaltung der Vereinbarung in konkreten Gesetzen, die einen finanziellen Ausgleich garantieren, münden wird. Aktuell wird in den Arbeitsgruppen „Wasser“, „Umwelt“ und „Landwirtschaft/Wald“ unter Beteiligung des Landvolkes und der Landwirtschaftskammer der größte gemeinsame Nenner erarbeitet. Bis zum Herbst sollen die Gesetzesvorschläge vorliegen und dann in die parlamentarische Beratung gehen. „Dann werden wir die ersten Ergebnisse haben und sehen können, wie wir diese umsetzen. Denn wie es klappt, sieht man nur vor Ort und nicht von einem Schreibtisch im Ministerium aus“, unterstreicht Theo Runge. Der Landwirt aus Drebber sieht in dem Kompromiss des Niedersächsischen Weges die Chance, Erwartungen der Gesellschaft, fachliche Kompetenz und Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft zu vereinen.  „Radikalpositionen helfen nicht weiter, dass haben die Akteure fast alle erkannt“, so der Landvolk-Vorsitzende.

Dass der Nabu trotz seiner Unterschrift unter den Niedersächsischen Weg parallel Unterschriften für das von den Grünen initiierte Volksbegehren sammelt, stößt allerdings bei vielen Landwirten auf Unverständnis. „Der Nabu Landesverband verhält sich hier wie ein frisch Verlobter, der trotzdem noch auf allen Dating-Portalen aktiv ist“, zieht Geschäftsführer Dr. Thiering den Vergleich. Die Landvolk-Vertreter zeigen sich aber sicher, dass das Volksbegehren nicht zustande kommen wird. „Die Leute fragen genauer nach und durchschauen die politische Vereinnahmung. Zudem wird, wenn im Herbst die konkreten Gesetze da sind, dem Volksbegehren endgültig der Wind aus den Segeln genommen. Warum sollte man ein Begehren für etwas unterstützen, was schon längst passiert?“, betont Theo Runge abschließend.

Bild2 PM URS Ferkelnarkosegerte

URS lädt zur Informationsveranstaltung / Narkosegeräte für Ferkel präsentiert

Der 1. Januar 2021 ist für viele Landwirte ein wichtiges Datum: Ab diesem Zeitpunkt ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland endgültig verboten. „Für die Ferkelerzeuger, für die Immunokastration via Impfung und Ebermast keine gangbare Alternative darstellen, bleibt laut Gesetz nur die Betäubung mittels eines Narkosegases“, erläutert Anneke Kreißig von der Unternehmensberatung für Rindvieh- und Schweinehalter Hunte-Weser e.V. (URS) aus Sulingen. Während in anderen europäischen Ländern weitere Narkosegase zulässig sind, sehe das deutsche Recht zurzeit nur das Gas Isofluran vor, wenn die Betäubung ohne Hinzuziehen des Tierarztes selbstständig erfolgen soll. Die Betäubung der Ferkel erfolgt dabei in einem speziellen Gerät, das den Anforderungen des Tierschutzes wie auch des Schutzes des Anwenders gerecht werden muss. Damit sich die Landwirte über das Angebot informieren konnten, hat das Team der URS eine ganztägige Veranstaltung zur Vorstellung der verschiedenen Ferkelnarkosegeräte organisiert. Die Ferkelerzeuger hatten unter Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen die Möglichkeit, sich in einer Maschinenhalle über fünf verschiedene Modelle direkt bei den jeweiligen Herstellern zu informieren.

Sowohl die Hersteller der Geräte, als auch die Landwirte zeigten sich von dem Konzept der Veranstaltung überzeugt. „Die Geräte praktisch vorgestellt zu bekommen und einmal selber anfassen zu können, bringen die Ferkelerzeuger dem Thema näher “, so einer der Anbieter. Auch die Landwirte meinten, dass der Eindruck des Einzelgerätes vor Ort sich teils erheblich von den sehr theoretischen Impressionen auf Flyern oder dem Internetauftritt der Hersteller unterschied.

Auf den meisten Betrieben steht die Entscheidung zum Kauf noch bevor, schätzt Anneke Kreißig. Auf dem deutschen Markt sind zurzeit sieben zertifizierte Geräte zugelassen. Die Kosten für ein Gerät betragen zwischen 7.500 bis 10.500 EUR netto. Landwirte konnten sich über das Bundeslandwirtschaftsministerium einen einmaligen Zuschuss von bis zu 60% der Anschaffungskosten, maximal 5.000 EUR, sichern.

„Voraussetzung für die Anwendung durch den Tierhalter selbst ist die Teilnahme an einem Sachkundelehrgang Ferkelkastration mittels Inhalationsnarkose mit anschließender Theorieprüfung und Praxisphase“, erläutert Fachberaterin Kreißig. Unter anderem werden Schulungen seitens der Landwirtschaftskammer Niedersachsen angeboten. „Die URS hat ebenfalls einen Schulungstermin für den 23. und 30.10.2020 beim Gasthaus Husmann in Groß Lessen angesetzt. Wer teilnehmen möchte, sollte sich zügig einen Platz bei der LWK bzw. der URS sichern“, so Kreißig.

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